- 01.12.2010 - Die Burg hats geblasen...
Wie weiland Wittekind alljährlich mit seiner Revolution Karl den sie den Grossen nannten mit sächsischer Revolution nervte, so begehren in jedem Jahr die westfälischen Stämme jenseits der Emscher auf. Die Vonderner unter dem Blau Gelben Banner unterstützt von den grünen Rittern der GOK. Schon seit dem Hoppeditz hört man Klagen über marodierende Banden die Sponsoren jagen, gewaltige süße Schätze sollen sie bereits in ihren Verliesen lagern. Peter II. ist es gelungen sie bis auf ihren Stammsitz zu Vondern zurückzudrängen, jener finsteren Feste wo laut tuschelnder Bevölkerung am Rosenmontag wilde närrische Orgien gefeiert werden. Am Samstag rückte Peter II. zum entscheidenden Schlag an. Bibbernde Knie, klappernde Zähne, klirrende Kälte. Wilde Bestien in seinem Gefolge, (Styrumer) Löwen, (Alstadebner) Bären, (Sterkrader) Raben, abgeschirmt von der Ehrengarde, Blaue Funken, Dampf Drauf und alles was närrische Kappen trägt, selbst die schwarz gelben Anhalterinnen vom "Highway to Hell" stellten sich dem Prinzen zur Seite.Peter II. hat sich allerdings strategische Tipps bei einem ehemaligen Amtskollegen abgeschaut, bei George W.Bush jun. dem Ex-Prinzen der USA, trinkfest wie allgemein bekannt und mehr als 2 Jahrzehnte der Hoppeditz von Texas.

Die Lufthoheit sollte die Entscheidung erzwingen und während Peter II. erschüttert aber standfest oder angefroren zu den verbarrikadierten, wilden Horden starrte, wurden an der rechten Flanke bereits jener napoleonische Heissluftballon einsatzbereit gemacht, den er von seinen Zeitreisen direkt bei der Völkerschlacht bei Leipzig, ähm, entliehen hat. Ali Dieter Baba, den Don Corleone von Vondern beeindruckte dies nicht. Peter II. hatte, wie Viele vor ihm, den Mann mit dem gutmütigen Gesicht und den schläfrigen Augen völlig unterschätzt. Dabei ist allgemein bekannt, das er Jahrzehntelang der Bevölkerung den Backes abgepresst hat, das hundertausende von Bonbonpapierchen an seinen ruchlosen Händen kleben, hunderte Stofftiere sollen von ihm eigenhändig, von jedem Plastik entkleidet, von den Zinnen seiner Prunkkutsche auf die Strassen und in die Vorgärten geschmissen worden sein. Und als er die Gefahr über den Türmen der Burg gewahr wurde, griff er ohne zu zögern zu dem ungeheuerlichsten Mittel überhaupt. Blitzschnell schnappte er mit eisernem Griff die zarten Gelenke der Pagin Anke und entführte sie zum Palas, wo sie in einer ca. 200 qm grossen beheizten Zelle von den Serviceknechten und dem obersten Scharf-Metzger von Sterkrade mit Glühwein und Currywurst gefoltert werden sollte.

Aber auch Peter II. zögerte nicht, gab noch das Signal zum Angriff als der Corleone von Vondern hinter den dicken Mauern der Burg verschwinden wollte. Mit lautem Helau prallten die Heere auf einander, das Abwehrfeuer der Vonderner Kanone bellte bedrohlich durch die wabbernden Nebel, brachte den stürmenden Jecken entsetzliche Verluste bei. Wie man hört soll kaum ein Flachmann überlebt haben. Der wütende Frohsinn riss aber auch im ersten Ansturm gewaltige Lücken in die Reihen der Verteidiger. Lange Zeit war nicht klar wer eigentlich angriff und wer verteidigte, erbittert rang Frau mit Mann und Mann mit Frau, umklammerten sich und der Sangesrünstige Kommandant der Ehrengarde knurrte mit kehliger Stimme "keine Gnade, treibt sie zum Bierwagen!" Der prompte Einsatz aller Kräfte brachte Peter II. von Gross Oberhausen einen Überraschungssieg, der als "Vondern Storm" in die Geschichte der heißen Luft eingehen wird. Offenbar hatten die Jecken der Vonderner und der GOK sich auf eine längere Belagerung eingestellt, Hofmarschall und Minister konnten schon vor dem Zapfenstreich dem Prinzen die Beute melden:" Zentnerweise Pommes, dutzende Fässer Bier, Kübelweise Glühwein mit denen sie die Angreifer aufhalten wollten, gewaltige Mengen Schnitzel und scharfe Würstchen und dutzende schöner Frauen als Geiseln für die weitere Friedfertigkeit". Das mit dem Frieden regelte allerdings lieber einer, der von Hause aus und Gott bestellt dafür zuständig ist: Prälat Breithecker. Das damit Friede herrsche unter den Narren von und zu Osterfelde und Vondern ist allerdings scheinbar eine Mär. Während die Burg noch im heftigsten Gelage mit dröhnender Musik und grummelnden Trommeln erzitterte, flüsterten erste geheimnisvolle Subjekte die ihr Antlitz unter tief in die Stirn gezogenen Kappen verbargen, alles ein Täuschungsmanöver. Insgeheim bereiten die Vonderner in wenigen Jahren eine verheerende Offensive auf Gross Oberhausen vor, sie wollen den Limes bei Matecki und dem Wappenplatz überschreiten - angeblich -. Anführen soll sie jemand der z.Z. noch im Exil befindlich ist. Vielleicht noch im Exil. Die Zeichen stehen auf Sturm, Sturm auf die Burg. Mit den Westfalen des närrischen Prinzenreiches ist dauerhafter Frieden kaum möglich, bestenfalls Kamellestillstand. Nicht umsonst sagt der Volksmund "Hüte dich vor den Vondernern und Osterfeldern, auch wenn sie Orden mitbringen."

- 05.11.2010 - Freude soll überschwappen
Künftige Karnevalsregentschaft stellte sich im Rathaus dem Oberbürgermeister vor. Der sagte ideelle Unterstützung zu Ein städtischer Bediensteter sprach vom "Dorn zwischen zwei Rosen", als er einen ansehnlichen Liricher Handwerker zwischen zwei ansehnlichen Oberhausenerinnen sah, denen Oberbürgermeister Klaus Wehling "aber auf jeden Fall" das Attribut "reizende" zuerkannte. Peter Klomberg wird bald Peter II. sein, die beiden Damen seine Paginnen.

Man merkt: Karneval steht vor der Tür, und da hofft der Oberbürgermeister, dass er recht bald "Fröhlichkeit ins Haus" bringe. Was das angehende Prinzenteam der Session 2010/11 versprach. Traditionell hatte Heiner Dehorn das Quintett mit ins Rathaus gebracht, um dem Stadtoberhaupt vorab zu präsentieren, wer in der "fünften Jahreszeit" das Sagen haben soll.

Dehorn war in Doppelfunktion dabei: Als Präsident des Hauptausschusses Groß-Oberhausener Karneval und als Chef der Alten Oberhausener Karnevalsgesellschaft Weiß-Rot von 1889, die mit ihren elf mal elf Jahren jeckes Jubiläum feiert und den Prinzen stellt.

In dessen Team gab es noch eine Umstellung. Für den als Hofmarschall vorgesehenen Andreas Altieri, der wegen zeitlicher Überlastung passen musste, springt Michael Schulz ein. An der Konzeption ändert das nichts. Unter dem Motto "Elf mal elf Jahre Fröhlichkeit - wir reisen durch die Narrenzeit" sehen sich Klomberg & Co. nicht nur närrischem Brauchtum verpflichtet, sondern sind sich auch der Vielzahl sozialer und karitativer Aufgaben bewusst. "Diese", so Dehorn, "sind festgeschrieben in der Prinzenordnung."

"Es ist uns auch eine Herzenssache", betonte Klomberg, "für alte und junge Menschen, gerade solche mit Behinderungen und Benachteiligungen, etwas zu tun." Ein großer Teil der mehr als 200 Termine gelte Alteneinrichtungen und Institutionen wie dem Behindertenzentrum Alsbachtal. Bei der Gelegenheit lobte Dehorn das diesbezügliche Engagement der Gesellschaften insgesamt: "Jede hat ihren Stadtteil, den sie versorgt."

Der ideellen Unterstützung der Stadt ("Leider können wir mehr nicht tun") dürfen sich die Karnevalisten sicher sein, bekräftigte Wehling: "Und lasst die Freude überschwappen - ruhig ins Rathaus."

- 26.05.2010 - Hochgefühl mit Tiefgang
Der designierte Prinz Peter II. der Alten Oberhausener Karnevalsgesellschaft Weiß-Rot 1889 startet mit einem Schachtzeichen

Manfred Mühlenkamp

Auf Karneval mit Tiefgang können wir uns beim designierten Stadtprinzen 2010/2011 Peter Klomberg und seinem Hofstaat freuen. Der Tiefgang zeigte sich spannenderweise in der Verbindung seiner Vorstellung mit dem Aufstieg des Schachtzeichen-Ballons auf dem früheren Gelände der Zeche Roland. Minister Jens Stürtzer hat sich eigens zur Betonung dieses Zusammenhangs zum Ballonbetreuer schulen lassen. Nun sind für den Finanzminister als Geschäftsführer, Karosserie- und Fahrzeugbaumeister in der alteingesessenen Firma von Vater Otto Stürtzer technische Zusammenhänge nicht wirklich ein Buch mit sieben Siegeln. Mit Hofmarschall Andreas Altieri, seines Zeichens technischer Berater, und dem Prinzen höchstpersönlich als Kundendiensttechniker konnte mit dem Ballonprojekt rein gar nichts mehr schiefgehen. Und so setzte das jung-dynamische Sympathieträgerteam ein markantes Schachtzeichen ihrer Einbettung in die Bergbaugeschichte unserer Stadt. "Wir werden unsere Geschichte nicht vergessen", stellte der Prinz unisono mit seinen bezaubernden Paginnen Anke Krause und Silke Masthoff klar.

Das Herrenteam war übrigens schon allein aufgrund der identischen rot-weißen Krawatten zu erkennen. Schon gut - Heiner Dehorn: Als Mann mit viel Humor und Vorsitzender der AOK Weiß-Rot 1889 wird er über den obigen kleinen Farbendreher sicher schmunzelnd hinwegsehen. Wobei man letzteres bei der auf den ersten Blick unscheinbaren Jahreszahl 1889 vor allem in diesem Jahr tunlichst vermeiden sollte. Haben die Karnevalisten dem bürgerlichen Dezimaldiktat ja ihr 11-er System entgegengesetzt. Und so sieht das närrisch geschulte Auge schnell, dass 1889 sich 2010 zum 121. Mal jährt. "Und für solche Jubiläen sind nun einmal wir als AOK Weiß-Rot zuständig", so Dehorn selbstbewusst. Der Rückendeckung des Präsidenten des Hauptausschusses des Groß-Oberhausener Karnevals konnte er sich sicher sein. Der trägt nämlich denselben Namen wie er selbst.

Im Verein mit so einem erfahrenen Kämpen kann es für Prinz Peter Klomberg unter dem Motto: "11 x 11 Jahre Fröhlichkeit - wir reisen durch die Narrenzeit" nur gut werden - bei genügend Kohle. Der dröge Bürgermeister Schwartz kassierte übrigens 50 Pfennig bei zu viel Frohsinn. Selbst bei verlockender Aussicht auf eine neue Einnahmequelle ist derartiges bei OB Klaus Wehling nicht angesagt.

Aus der Nachbarschaft im Rolandviertel kam prompt die erste Hilfe: Bauer von der Bey, familiär den Bergbauwurzeln verpflichtet, spendierte ungefragt ein Superbuffet aus seiner Landfleischerei - wenn das kein gutes Startzeichen war.

Die traditionell frühe Vorstellung des Prinzenteams mag zunächst verwundern. Aber die Zeit der närrischen Fröhlichkeit bedarf eines langen Anlaufs. Nur wenn der Prinz bekannt ist, kann er rechtzeitig, z.B. auf den vielen Sommerfesten, Kontakte zu Unterstützern knüpfen. Das zum Sessionsbeginn im November vorgelegte Prinzenbuch mit den Sponsoren füllt sich schließlich nicht über Nacht. Unterstützer können sich daher schon jetzt gerne an die AOK Weiß-Rot 1889 wenden.

- 26.05.2010 - Prinzen-Ballon
Punkt 12:00 Uhr. Sekunden zuvor zogen die Herren in schwarzen Anzügen die Jacken aus, krempelten die Ärmel der blütenweißen Hemden hoch und .......legten Hand an. Vor den Augen einiger dutzend Gäste kurbelten die Männer was das Zeug hielt. 80 Meter Seil galt es abzuwickeln.

Feuerwehrolympiade? Mitnichten. Das Seil hielt eine flatschgelben, mit Helium gefüllten Ballon, den es ungestüm gen Himmel zog. Ihn ebenso wie 13 andere Ballone in Oberhausen. Schachtzeichen, eine Aktion, bei der dutzende Ballone im ganzen Ruhrgebiet die Schächte der ehemaligen Zechen markieren sollen, aber Oberhausen ist die einzige Stadt des Ruhrgebietes, in der alle Schächte markiertt werden. Dieser Ballon war allerdings etwas besonderes. Dieser Ballon markiert den Schacht Roland, am Dümptener Kamp - Ecke Rolandstrasse gelegen, genauer, auf dem heutigen Firmengelände des Karosseriebauers Stürtzer & Orthmann. Und kein geringerer als der zukünftige Stadtprinz Peter Klomberg (Bild Mitte), sein Minister in spe Jens Stürtzer(Bild halb rechts) und Hofmarschall in Lauerstellung Andreas Altieri (Bild halb links)kurbelten an der Winde und gaben dem Ballon die ganz lange Leine. Unter den applaudierenden Zuschauern nicht nur die Gattinen der Herren, sondern die Damen, welche als Paginnen den Prinzen durch die Session geleiten werden. Anke Krause (Blid links) und Silke Masthoff (Bild rechts). Das der Hofstaat und designierte Prinz Humor haben, beweist die Einrichtung der Spass- und Humor Notrufsäule. Leider nur für die Kamera, keine echte Bütten-Hotline. Mit im Publikum, der Präsident des Hauptausschusses Groß Oberhausener Karneval, zugleich erster Vorsitzender der AOK, nicht der Gesundheitskasse, sondern der Alten Oberhausener Karnevalsgesellschaft, obwohl, Lachen ist die Beste Medizin.

Der kommende Prinz und sein Hofstaat gehören natürlich ebenfalls der AOK an, denn diese feiert in der Session 2010/2011 ihr 121 jähriges Bestehen. Anlass zu feiern und Anspruch und Pflicht den obersten Narren der Session zu stellen. Das gesamte Team zählt alles in allem 209 Jahre, verfügt also über ausreichend Erfahrung die Alte OK würdig zu vertreten. Die Recken der rotweissen Jecken versprechen:"Wir haben wahnsinnig viele Ideen, es wird eine tolle Session. Ganz sicher." Und als Oberhausener Jungs haben sie es sich nicht nehmen lassen, während der Aktion Schachtzeichen auf Oberhausener Boden im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 aktiv mitzuwirken. Aktiv mitwirken? Da ist es nicht mit dem Ballonsteigen getan, da gehört auch die Nachtwache dazu, damit kein Ballon stiften geht. Man könnte auch sagen, Generalprobe für lange Nächte!

- 25.05.2010 - Weiß-Rote: „Wir sind Prinz“
Designierte Tollität ließ mit seinem Hofstaat einen gelben Ballon steigen. Minister Jens ist „SchachtZeichenBallonführer“

Gustav Wentz

Dass auch närrisches Brauchtum Hintergrund ernster Art hat, erfuhren der Karnevalsprinz der nächsten Session, Peter (II.) Klomberg, und sein designierter Hofstaat, als sie sich am Samstag vorstellten. Das geschah nämlich mit dem Auflassen eines „SchachtZeichens“, war damit auch der Einstieg in die „Zeitreise“, die sich die jecken Repräsentanten aufs Panier geschrieben haben.

Natürlich wurde auch gelacht rund um den gelben Ballon, von dem nicht wenige meinten, weiß-rot gestrichen gäbe er vor blauem Himmel doch auch ein köstliches Bild ab. Was die „weiß-roten“ Besucher unter der großen Gästeschar auf dem Betriebsgelände des Karosseriebauers Stürtzer & Ortmann gut fanden. Die kommende Tollität wurde nachdenklich: „Wenn man bedenkt, wieviele Menschen hier und an den anderen Orten vor Kohle malocht haben. Das ist schon eine große Art der Erinnerung wert.“ Für seinen „Minister“ Jens Stürtzer ist das eine besondere Erinnerung. Er ließ sich nicht nur zum „SchachtZeichenBallonführer“ ausbilden, sondern ist auch Geschäftsführer der hier seit 1972 ansässigen Firma. Seniorchef Otto Stürtzer konnte vielen erklären, dass genau hier einst die Kohlenwäsche der Zeche Roland stationiert war – auf dem unbebauten Geländestück nebenan reckte sich das Fördergerüst. Nachbarn brachten Bilder aus dem Jahre 1912, die die Situation zwischen Danziger Straße und Dümpter Kamp 2010 verdeutlichten.

Der zweite Grund des Treffens geriet dabei fast ins Hintertreffen, aber Karnevalisten können mit verqueren Lagen umgehen. „Wir sind Prinz“, fasste Heiner Dehorn zusammen, dem als Präsidenten des Hauptausschusses Groß-Oberhausener Karneval die Vorstellung des neuen Hofstaates obliegt, der aber auch Vorsitzender der Gesellschaft ist, die den Hofstaat stellt: AOK Weiß-Rot von 1889.

Für Prinz Peter II., Minister Jens Stürtzer, Hofmarschall Andreas Altieri sowie die Paginnen Anke Krause und Silke Masthoff beginnt nun die Rundreise durch die Gesellschaften und zu weiteren Unterstützern. Ihr Motto ist vielseitig verwendbar: „11 x 11 Jahre Fröhlichkeit – wir reisen durch die Narrenzeit.“